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Wir gedenken euer im Gebet – Gedenkfeier zum 23. Februar

22 Feb

Einladung1….„Was wird’s tun, wenn sie nun, alle vor Ihn treten und zusammen beten?“! Mit dieser Liedstrophe aus dem bekannten Lied:“Betgemeinde, heilge dich“ (NGB 106), lässt sich die Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Bombardierung Pforzheims wohl am besten umschreiben. Über 380 Teilnehmer und weitere 75 Spieler und Sänger, haben sich am 21. Februar 2015 in unserer Neuapostolischen Kirche in Pforzheim-Brötzingen eingefunden, um der vielen Opfer des 23. Februars 1945 zu gedenken. Umrahmt wurde diese feierliche Stunde durch das Bezirksorchester und dem Jugendchor.

DSC_8921Da im Vorfeld kein Programm ausgegeben wurde, konnte man sichtlich die Erwartungshaltung der zahlreichen Teilnehmern spüren. Als besondere Überraschung aller Besucher, fanden sich unter den Gästen auch die Apostel, Bansbach, Schnaufer, Schneider sowie unseren Bischof Vester. Apostel Schnaufer (Apostelbereich Freiburg) und Apostel Schneider (Apostelbereich Heilbronn) sind aufgrund ihrer persönlichen Vergangenheit eng mit der Stadt Pforzheim verwurzelt und wurden extra für diese Veranstaltung eingeladen. Die Gedenkfeier wurde nicht traditionell mit einem Gebet begonnen, sondern begann wie vor 70. Jahren, mit dem Aufheulen einer Alarm Sirene. Gleichzeitig stimmte ein Filmbeitrag auf den Angriff der Stadt ein. Passend zur Dramaturgie spielte das Orchester das bekannte Stück „Tennessee“, aus dem Film Pearl Harbour. Die mit roten Lichtstrahlern erleuchtete Kirche untermahlte sehr eindrücklich die Stimmung des Film- und Orchesterbeitrages.

DSC_8912Der Angriff auf Pforzheim dauerte nur 22 Minuten und löschte die Lebenslichter von über 17.000 Menschen aus. Dieses „auslöschen“ wurde von Sängern des Jugendchores durch das sichtbare ausblasen zuvor hereingetragener Kerzen angedeutet. Nach diesem sehr bewegenden Auftakt, eröffnete Apostel Bansbach, sichtlich sehr bewegt, diesen Abend mit Gebet. Aus tiefer Not, schrei ich zu dir“,in der Fassung von Johann Sebastian Bach, war die gesungene Antwort des Jugendchores auf diese stimmungsvoll, sehr bewegende Einstimmung. Einem weiteren Filmbeitrag in Kombination mit dem Orchester, zeigten Bilder der zerstörten Stadt. Die im Anschluss eingesprochenen Original Zitate und Berichte, unterstrichen das unvorstellbare Schicksal der Stadtbewohner.

Der letzte Filmbeitrag des Abends, widmete sich den Opfern des Krieges und der Stadt. Die Gedanken gingen dabei nicht nur an die Opfer, sondern auch an die Täter. Unvorstellbares Leid wurde durch die direkten und indirekten Kriegseinwirkungen über diese Welt gebracht. Es ging in dem Filmbeitrag nicht um eine Schuldfrage, sondern vielmehr um Vergebung. Während das Orchester „werde stille“ spielte, wurden im Filmbeitrag die 124 Neuapostolischen Brüder und Geschwister aus Pforzheim und Umgebung gezeigt, die direkt beim Angriff Ihr Leben verloren. Nach einer bewegenden „Gedenkminute“, wurde dieser Teil mit einem Ensemble Beitrag durch Orgel, Violine und Gesang: „o komm mit mir“ abgeschlossen.

DSC_8967Im zweiten Teil wurden die Farben der Kirche von Rot auf Blau und später auf Grün gewechselt. Die erloschenen Kerzen wurden wieder entzündet und man konnte nach dem sehr zu Herzen gehenden ersten Teil Hoffnung und Frieden verspüren. Die vorgetragenen Lieder „Gotteswort ist wie Licht in der Nacht“ und „ins Wasser fällt ein Stein“, gesungen vom Jugendchor, unterstrichen dieses Gefühl spürbar. Das nach jedem Ende auch ein Neubeginn stehen kann, wurde durch eine Bilder Präsentation „Pforzheim damals und heute“ gezeigt. Zwar ist Pforzheim nicht die schönste Stadt, doch bezogen auf ihr Schicksal im zweiten Weltkrieg, hat sie das Beste aus sich gemacht. Noch heute können die Trümmer der Stadt als Mahnmal gegen das Vergessen bewundert werden. Liebevoll „Monte Scherbelino“ wird der im Zweiten Weltkrieg aufgeschüttete Wallberg noch heute genannt. Das Schlussgebet wurde abwechselnd von vier Jugendliche gesprochen.

Einen würdigen Abschluss bildete das von allen Musikgruppen und gemeinsam vorgetragene Lied: “Herr bleib bei uns“! Der eingeblendete Text, gab allen Teilnehmern die Möglichkeit in dieses schöne Lied mit einzustimmen. Besonders die letzte Liedstrophe, fasste das geschehen vor 70. Jahren nochmals zusammen: „Geführt von deiner Hand fürcht ich kein Leid, kein Unglück, keiner Trübsal Bitterkeit. Was ist der Tod, bist du mir Schild und Zier! Den Stachel nahmst du ihm, Herr, bleib bei mir!“

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Verfasst von - 22. Februar 2015 in 23. Februar 1945, Durchsagen, Events, Pforzheim 2015, Sonstiges, Videos

 

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