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Archiv der Kategorie: Interviews

Sommerpause bei den Goldstadtkindern

PAUSEPünktlich zu den Sommerferien haben wir die „200.000 Klick-Marke“ erreicht. Dafür wollen wir uns recht herzlich bedanken. Auch weiterhin sind wir für Anregungen, Berichte und Bilder sehr dankbar. Schickt uns einfach eine E-Mail an: nak-goldstadtkinder@gmx.de! Mit diesem  Eintrag wollen wir uns auch in die wohlverdiente Sommerpause verabschieden. Im kompletten August sind keine Jugendaktivitäten geplant. Wir wünschen allen eine schöne Sommerpause und ganz viel Erholung.

 

Interview mit Apostel Schnaufer und Bischof Vester – Teil 3

Immer mehr Geschwister – darunter auch viele Jugendliche – kehren den Kirchen den Rücken zu. Immerhin gibt es viele  verlockende Freizeitangebote. Das heißt, dass viele Jugendangebote überdacht oder neu strukturiert werden müssen. Gibt es denn schon eine Bilanz von der „AG Jugend“?

IMG_6343Apostel: Zuerst einmal kurz zur Auswertung der Jugendumfrage der AG-Jugend. Ich war schlichtweg begeistert von der Teilnehmerquote die sich ergeben hat, wobei Pforzheim schon die Nase vorn hatte (lacht). Insgesamt lag die Beteiligung bei 20 Prozent. Das hört sich vielleicht erst einmal nach wenig an, ist es aber nicht, denn es waren 2163 Antworten, die wir ausgewertet haben. Normalerweise gibt nicht mal annähernd eine solche Rücklaufquote!  Generell habe ich mich sehr darüber gefreut, wie vernünftig sich die Jugend in vielen Themen äußert. Es lassen sich wirklich sehr sehr viele, positive Gedanken ableiten. Zur AG-Jugend kann ich an der Stelle grundsätzlich folgendes sagen: Obwohl wir bisher erst ein einziges Treffen hatten – das Zweite wird erst im Januar stattfinden – hat sich schon gezeigt, dass es eine Menge von ermutigenden Meinungen gibt, die wir nun zusammenfassen und sortieren müssen. Mit den ersten Veröffentlichungen kann man dann vermutlich nach der zweiten Sitzung im Januar rechnen. Das erste Thema, das wir fokussiert haben – auch auf Bitte unseres Bezirksapostels – ist das Thema „Jugendstunde“. Dies bezüglich werden dann auch in absehbarer Zeit ein paar neue Infos folgen. Leider kann ich jetzt zum Thema „Freizeitangebote“ noch nichts sagen, weil das Augenmerk momentan einfach auf anderen Dingen lag, soweit sind wir noch nicht. Aber wir gehen dieses Thema nächstes Jahr an. Allerdings möchte ich an der Stelle auch schon mal verraten, dass sich die Jugend beispielsweise in Jugendgottesdiensten wünschen würde, wenn mehr jugendliche Diakone mitdienen würden. Das schafft mehr Abwechslung.

Dann noch ein kleiner Hinweis. Das Projekt der gemeinsamen Jugendgottesdienste der Bezirke Pforzheim, Bretten und Calw hat nichts mit der AG-Jugend zu tun. Das ist ein unabhängig davon gestartetes Projekt.

Bischof: Ja, vielleicht ist das nicht überall richtig angekommen. Der Bezirksapostel hat das ZusammenlegenIMG_6299 der Bezirke – nur hinsichtlich der Jugend! – ins Leben gerufen. Das ist so eine Art Pilotprojekt im Arbeitsbereich Karlsruhe um Erfahrungen zu sammeln. Was dem Bezirksapostel sehr gefallen und imponiert hat – um das auch einmal klar zu sagen – ist, dass die Jugend in Pforzheim durch die gemeinsamen Jugendveranstaltungen wesentlich zur Fusion des Bezirks Pforzheim beigetragen hat. Dadurch, dass die Jugend bereits jahrelang als ein „Bezirk Pforzheim“ agiert hat, ist die Verschmelzung der beiden Bezirke Pforzheim Ost und West – zwar nicht reibungslos – aber sicher schneller und leichter über die Bühne gegangen. Aber noch einmal, das bedeutet nicht, das die Bezirke Pforzheim, Bretten und Calw zukünftig auch zusammengelegt werden. Dieser Eindruck soll nicht entstehen.

Apostel: Wichtig ist dem Bezirksapostel vor Allem, dass für die Jugend gute Angebote innerhalb der Kirche bereitstehen. Unter Anderem, dass sich die Jugendlichen untereinander besser kennenlernen und eventuell auch neue Plattformen für Kommunikation und Austausch geschaffen werden. Das ist ein Hauptgedanke bei diesem Projekt.

Mit der rückläufigen Mitgliederzahl unserer Kirche in Europa und anderen westl. Ländern geht auch ein „Stellenabbau“ der fest angestellten Amtsträger einher. Insgesamt eine traurige Bilanz. Aber gerade fest eingestellte Amtsträger sind so wichtig, weil sie sich allein auf ihre Aufgabe konzentrieren können. Manchmal wäre das auch im Jugendbereich wünschenswert. Ist das trotz der derzeitigen Situation vorstellbar?

IMG_6350Apostel:  Bisher kenne ich kein Vorhaben dieser Art. Grundsätzlich bin ich persönlich der Meinung, dass gerade die ehrenamtliche Arbeit auch eine DER Stärken unserer Kirche ist. Der Vorteil liegt einfach darin, dass jeder aus unterschiedlichen Lebensverhältnissen kommt und einen anderen Beruf ausübt. Dadurch entsteht ein riesiger Erfahrungspool, dem sich die Jugendlichen während der Seelsorge natürlich auch bedienen können. Weil die Jugendleiter mitten im Leben stehen, das Gleiche erleben und auch das Gleiche mitmachen wie unsere Jugendlichen, öffnet sich ein ganz anderes Potential, als wenn man vielleicht hauptberufliche Jugendbetreuer engagiert. Die Frage ist eigentlich eher, wie es möglich ist, die Jugendleiter und -betreuer mit Schulungen und Weiterbildungen – gerade im Hinblick auf die seelsorgerische Betreuung – besser zu unterstützen. Das ist sicherlich auch ein Punkt, mit dem sich die AG-Jugend noch befassen wird.

Oft stehen die jugendbetreuenden Amtsträger/Geschwister in der Kritik, zu wenig für den gemeinschaftlichen Zusammenhalt der Jugend im Sinne von „Freizeit­organisation“ zu unternehmen. Auf der anderen Seite sind das ehrenamtliche Aufgaben, die NAK kann keine Freizeitorganisation sein. Was ist deine Meinung dazu? Gibt es da einen goldenen Mittelweg?

Apostel: Nun, es wird wahrscheinlich  nicht DEN Mittelweg geben. Was man sicherlich anstreben muss, istIMG_6311 eine möglichst breitgefächerte Aufgabenverteilung. Leider gibt es oft Wenige, die Vieles in die Hand nehmen. Das hat selbstverständlich auch zur Folge, dass das für Diejenigen, die sich sehr intensiv einbringen auch sehr schnell sehr Viel wird. Also eine breitflächige Arbeitsverteilung wäre da definitiv wünschenswert. Ein anderer Punkt ist eine bessere Mischung der Aktivitäten. Vielleicht kann man kleinere, organisatorische Projekte direkt in die Hände der Jugend übergeben, ohne dass da ein Amtsträger in der Organisation nötig wäre. Aber das sind alles Themen, die noch in der AG-Jugend behandelt werden. Ich vermute allerdings auch, dass wir es nie ganz schaffen werden, einerseits allen Erwartungen gerecht zu werden und andererseits mit nur wenigen Kapazitäten agieren zu können. Ich glaube ein „Mittelweg“ stellt sich eher als Illusion dar, wir werden immer auch ein gewisses Dilemma haben, weil wir nie alle Bedürfnisse abdecken und erfüllen können. Was wir in der Jugendarbeit aber schaffen sollten, ist eine bessere und ausgewogene Mischung der Jugendangebote.

Lieber Apostel, lieber Bischof. Stellt euch bitte einmal vor, ihr würdet auf eine einsame Insel gehen. Was würdet ihr mit in den Koffer packen, wenn ihr 3 Dinge mitnehmen könntet (Bibel ist schon auf der Insel)?

Bischof: Den Urlaub auf so einer Insel könnte ich mir sehr gut vorstellen. Ich habe mir das aufgeschrieben. Also ich hätte gerne ein Motorboot dabei, aber  nicht um wieder zu flüchten (lacht). Dann wäre sicher eine Angel nicht schlecht (wobei ich dann auch etwas fangen sollte) und natürlich wäre ein Laptop nicht zu vergessen, um auch die Verbindung nach außen halten zu können.

Lieber Bischof, nimmst du denn deine Frau nicht mit auf die Insel?

Bischof: Moment, ich dachte, es geht hier um DINGE! (lacht).

Apostel: Also ich würde spontan denken, wenn ich schon auf einer einsamen Insel bin, dann muss es möglichst angenehm sein. Also nehme ich mir einen wunderschönen, bequemen Liegestuhl mit, packe mir ein tolles Buch ein und eine Kühltasche mit einem schmackhaften Getränk (lacht). Aber nur wenn die Bibel wirklich schon da ist (lacht). Mit dem Blick aufs Meer kann man dann so richtig abschalten (wenn der Bischof nicht gerade mit seinem Motorboot das Meer unsicher macht) (lacht).

Gibt es noch etwas, was ihr euern Jugendlichen mit auf den Weg geben möchtet?

Bischof: Also ich möchte da von Vornherein nochmal eines unterstreichen, mit dem ich immer sehr tolleIMG_6316 Erfahrungen gemacht habe. Der Apostel hat es ja auch schon angesprochen. Wer den lieben Gott bekennt, der darf auch erleben, dass sich der liebe Gott auch zu einem selbst bekennt. Auch dann, wenn es vielleicht am Anfang nicht danach aussieht. „Bitte geht offen mit dem um, woran ihr glaubt“. Das erlebe auch ich jetzt oft, wenn ich viel mit anderen Kirchen zu tun habe. Da ist eine große Akzeptanz da, wenn man sich für seinen Glauben einsetzt und für seine Kirche engagiert. Ich wünsche der Jugend, dass sie das auch erleben darf. Sicher ist es in der Schule oder im Beruf oft schwierig, keine Frage. Oft meint man zu glauben, dass sich Andere – ob Kollegen oder Klassenkameraden – über den Glauben lustig machen. Man befürchtet sozial an den Rand gedrängt zu werden und am Ende als Außenseiter da zustehen. Aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass das nicht der Fall ist. Sicher, es mag schon den Einen oder Anderen geben, der darüber lacht. Aber liebe Jugend, das ist meistens ein Lachen, das auf der Unsicherheit oder auf Unwissenheit basiert. Lasst euch davon bitte bitte nicht irritieren und lasst euch schon gar nicht davon abbringen, euren Glauben auch aktiv nach außen hin auszuleben.

Apostel: Das ist aus meiner Sicht auch ein ganz wichtiger Punkt. Steh zu dem was du tust, wenn es auchIMG_6294 einmal – zunächst – heißen kann, eine Niederlage erleiden zu müssen, wie es unser Bischof gerade gesagt hat. Ich habe beobachtet, dass die Jugend sich oft sehr sprunghaft verhält und sich Jugendliche mal für ein Projekt engagieren und sich dann eine gewisse Zeit sehr zurücknehmen. Ich fände es sehr schön, wenn es uns gelänge, das was unsere Kirche 150 Jahre lang stark gemacht hat auch weiterhin lebendig zu halten. Nämlich die Bereitschaft sich einzusetzen, die Bereitschaft auch mal ein Opfer dafür zu bringen und auch die Bereitschaft die Gemeinschaft zu pflegen. Das sind Dinge die machen uns alle stark und es ist wichtig, dass die Jugend das auch erlebt. Es geht nicht darum, die Kirche oder den Glauben als Konsumveranstaltung bzw. als „On- Off-Show wahrzunehmen, sondern als Gemeinschaftswerk, dass uns alle gemeinsam ans Ziel bringt. Das kann auch eine sehr große Erleichterung sein, weil man einfach merkt „ich bin nicht alleine unterwegs“. Es wird jeder gebraucht und jeder darf seinen Teil zu diesem Gesamtwerk beisteuern.

Vielen Dank für Eure Zeit

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Interview mit Apostel Schnaufer und Bischof Vester – Teil 1

Interview mit Apostel Schnaufer und Bischof Vester – Teil 2

Interview mit Apsotel Schnaufer und Bischof Vester als PDF – Teil 3

 
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Verfasst von - 26. Dezember 2013 in Interviews

 

Interview mit Apostel Schnaufer und Bischof Vester – Teil 2

Apostel Schnaufer, wenn du so an deine kurze Amtszeit als Bischof zurückdenkst, welchen Tipp würdest du deinem Amtsnachfolger mit auf den Weg geben?

Apostel: Im Grunde kann ich ihm nichts sagen, was er nicht sowieso schon macht (lacht). Was ich persönlich als ganz wichtig empfunden habe ist, dass man freudig und unkompliziert drauf losarbeitet und sich auf den lieben Gott verlässt. Ich kann ihm da also nichts Neues mit auf den Weg geben (lacht).

Ihr Beide hattet bestimmt auch die Möglichkeit mit dem Stammapostel persönlich zu sprechen. Was war euer persönlicher Eindruck von diesem Gespräch? Immerhin ist das etwas ganz besonderes…

IMG_6376Bischof: Für mich war das ein sehr eindrucksvolles Erlebnis. Vor dem Pforzheimer Bezirkstag (PBT) gab es samstags eine Ämterversammlung mit dem Stammapostel und allen Bezirksaposteln und Aposteln, die auch zum Gottesdienst am Sonntag eingeladen waren. Es war wirklich faszinierend, wie der Stammapostel hinter seinen Gedanken und Aussagen steht, die er uns ans Herz gelegt hat. Man spürt einfach, dass der Stammapostel Schneider mit einer sehr sehr großen „Glaubensenergie“ in seinem Amt wirkt. Ich konnte ihm bei der Ämterversammlung damals direkt gegenüber sitzen. Ich sah, dass der Stammapostel sich einen kleinen Block zurechtgelegt hatte, auf dem ein paar Gedanken und Impulse notiert waren. Mir kam es aber allerdings so vor, als ob unser Stammapostel einfach ganz spontan seinen Gedanken freien Lauf gelassen hat. Wirklich sehr beeindruckend und faszinierend, mit welchem Elan und mit welcher Energie unser Stammapostel wirkt.

Apostel: Für mich waren zwei Dinge an diesem Samstag besonders einprägend. Zum Einen war das die FahrtIMG_6343 zur Ämterversammlung selbst. Ihr müsst euch das so vorstellen (lacht): Der Bezirksapostel ist gefahren, auf dem Beifahrersitz saß der Stammapostel i. R. Leber, hinter ihm saß unser Stammapostel Schneider und nebendran saß ich. Diese Fahrt allein war schon etwas Besonderes. Ich kann die Aussage von unserem Bischof nur unterstreichen, die Ausstrahlung die der Stammapostel Schneider an den Tag legt, kann man mit einem „kleinen Kraftwerk“ vergleichen (lacht). Phänomenal, welche Kraft von diesem Mann ausgeht. Zum Anderen ging mir die Tage vor der Ordination immer wieder ein Gedanke durch den Kopf. Ich hatte mich intensiv mit dem Wort „Botschafter an Christi statt“ beschäftigt. Für mich war es immer eine Selbstverständlichkeit und unvorstellbare Sicherheit, mich vor dem Gottesdienst im Gebet mit dem Apostel zu verbinden. Und jetzt ist es so, dass für mich diese Sicherheit auf einmal wegfallen würde. Das war für mich schon eine Sorge, die mich beschäftigt hat. Dann hat der Stammapostel das Wort ergriffen und meinte, er hätte sich im Hinblick auf die Ämterversammlung noch mit einem Wort beschäftigt, das im Korintherbrief steht: „So sind wir nun Botschafter an Christi statt…“. Das war für mich noch einmal ein ganz besonderes Zeichen vom lieben Gott, dass er mich auch an dieser Stelle nicht alleine lässt.

Was war das für ein Gefühl bei der Ordination, am Altar zu stehen, vor dem Stammapostel?

Bischof: Also man muss sagen, ich konnte mir alles noch nicht so richtig vorstellen. Ich hatte vor allem die Sorge, auch wirklich alles mitzunehmen, was uns der liebe Gott durch den Stammapostel mit auf den Weg gibt. Das war mir wirklich sehr wichtig!

Apostel: Diese Sorge hatte ich auch. Denn eine Ordination – ganz egal welches Amt gespendet wird – ist keine formale Handlung, sondern es geschieht innerlich etwas. Ich bin mit dem festen Vorsatz vor dem Altar gestanden, keine Silbe zu verlieren und wirklich auch innerlich alles aufzunehmen. Denn es kann sich ja nur dann etwas innerlich regen, wenn man auch alles im vollen Glauben erfasst. Dann spürt man aber auch, dass etwas passiert, sich etwas verändert. Das sind sicherlich Dinge die man nicht beschreiben kann und Momente, die man nicht vergessen wird.

Bischof: Was ich auch sehr toll fand, war die Tatsache, dass der Apostel Eckhardt mit uns vor dem Stammapostel in einer Reihe stand. Für mich persönlich war das ein schönes Erlebnis, gerade weil ich und auch meine Familie eine enge Verbindung zu „unserem“ Apostel Eckhardt gepflegt haben.

Apostel: Das kann ich nur unterstreichen. Ich durfte auch viel mit unserem Apostel Eckhardt erleben, als ich ganz frisch Vorsteher wurde. Das einzig Unglückliche war, dass mir kurz vor der Ordination kurz einfiel, dass ich nicht gefragt hatte, ob ein Blumenstrauß für unseren Apostel Eckhardt besorgt worden war (lacht). Allerdings habe ich den Gedanken dann im Hinblick auf die Ordination auch schnell wieder verbannt.

Lieber Apostel, spürst du durch die Ordinierung zum Apostel nun eine innigere und nähere Verbindung zu Gott? Wie empfindest du das als lebender Apostel der heutigen Zeit?

Apostel: Also wie gesagt, eine Ordination ist keine formale Handlung, sondern vielmehr ein inneres Empfinden.IMG_6304 Und mit jeder Ordination verändert sich etwas.  Als ich damals das Priesteramt empfing und dann das nächste Mal zum Mitdienen aufgerufen wurde, hatte ich schon den Eindruck, dass sich etwas verändert hat. Zum Beispiel stelle ich fest, dass die Gedanken in der Vorbereitung eine ganz andere Art von Tiefgründigkeit entwickelt haben. Das soll jetzt aber nicht überheblich klingen, im Gegenteil, das macht mich demütiger, weil man erleben kann, das der liebe Gott tatsächlich dahinter steht und nicht der Mensch als Person. „So sind wir nun Botschafter an Christi statt…“. Es macht einen wirklich demütiger. Ich kann das nicht anders sagen. Es sind wirklich unbeschreibliche Momente, wenn man dann zum ersten Mal Heilige Versiegelung durchführen darf und spürt, dass der liebe Gott besonders in diesem Moment einfach sehr nahe ist. Zwar merkt man in diesem Augenblick durchaus auch die Verantwortung, die man ja auch trägt. Aber die Freude steht da viel mehr im Vordergrund. Es sind ganz besondere Empfindungen, die man da spüren darf. Und das wünsche ich jedem Amtsträger, dass er so  schöne Erfahrungen machen darf.

Bischof: Also ganz klar muss ich hier unterstreichen, dass man kein besserer Mensch ist, nur weil man Amtsträger ist. Man spürt vor allem auch die Erwartungshaltungen der Geschwister, die ja auch zu Recht vorhanden sind. Aber es tut gut erleben zu dürfen, dass man den lieben Gott einfach erleben darf, insbesondere in der Vorbereitung auf die Gottesdienste oder andere kirchlichen Termine. Da macht man sich schon auch oft Sorgen, ob man da auch die richtigen Gedanken hat. Da ist sicherlich keine Überheblichkeit vorhanden.

Apostel: Der Satz: „Ohne mich könnt ihr nichts tun!“, wird da auch immer deutlicher. Man merkt einfach, der liebe Gott ist da. Das sind dann auch die Momente, die sehr viel Kraft geben.

Nun liegt ja dein Wohnort außerhalb des neuen Apostelbereichs. Wirst du umziehen?

Apostel: Nein, Umzugspläne gibt es keine. Es sieht ganz einfach so aus, das Pforzheim zwar nicht zentral liegt, aber von allen Standorten im Apostelbereich zeitlich gesehen eine vergleichsweise geringe Distanz in die Bezirke aufweist, weil es sehr gut an die Autobahnen angeschlossen ist. Klingt zwar komisch, ist aber so.

Wie ist es mit der Freizeit? Gibt es Momente im Alltag, indem du dein Amt ablegst, wie in der normalen Berufswelt? Sprich Feierabend?

Bischof: Also es kommt selten vor, dass man mal wirklich Feierabend macht. Man will ja auch für die Geschwister da sein und das ist mir auch sehr wichtig. Allerdings kommt es auch auf die Terminplanung an. Da gibt es dann Tage, die nicht so überfüllt sind, da kann man sich dann auch etwas zurücknehmen. Ich versuche, mir zumindest auch mal einen Abend Zeit für meine Familie zu nehmen, wobei ich es nicht lassen kann, trotzdem auch abends meine E-Mails zu checken.

IMG_6311Apostel: Es ist sicherlich schwer, Seelsorger auf Knopfdruck zu sein. Man hat eben keine festen Arbeitszeiten mehr. Die Flexibilität ist ja gerade das, was einen Seelsorger ausmacht, was aber nicht heißt, dass man automatisch überall präsent sein kann. Natürlich gibt es klare Grenzen und Auszeiten. Es ist eine ganz andere Anforderung als im Beruf. Es ist anders, aber nicht zwingend weniger. Es ist eine sehr erfüllende und schöne Aufgabe, aber man muss auch auf sich selbst achten. Es ist unmöglich immer auf „Vollgas“ zu laufen. Aber der liebe Gott hilft auch dabei. Allerdings komme ich auch selten am Computer vorbei, ohne dass ich mir denke: „Da ist doch bestimmt noch eine Mail gekommen!“. Meistens sind es dann sogar zwei (lacht).

Wie sieht es im Alltag aus? Achtet ihr durch euer neues Amt automatisch auch mehr auf euer Handeln?

IMG_6321Apostel: Ein Apostel ist genau so ein Mensch wie Andere auch. Das schließt auch ein, dass man Freud und Leid genauso wie Andere wahrnimmt und empfindet. Natürlich gibt es da Erwartungshaltungen und auch eine klare Vorbildsfunktion. Für mich ist sehr wichtig,  dass ein Amtsträger authentisch ist.  Man sollte sich nicht verstellen. Man muss sich ja vor Augen führen, dass das Amt, egal welches, nie ganz zum unvollkommenen Menschen passt. Aber es sollte doch auch dazu führen, dass man sich in die richtige Richtung orientiert. Ich habe immer Amtsträger sehr geschätzt, die unkompliziert waren. Mit denen man auch ganz normal umgehen konnte, da spricht ja nichts dagegen.

Lieber Bischof, du hast immer sehr viel für die Jugend getan und auch zusammen mit dem ORGA-Team viele Projekte auf die Beine gestellt. Natürlich hast du jetzt ganz andere Aufgaben. Dürfen wir aber trotzdem öfter einmal mit dir rechnen, beispielsweise an Jugendgästegottesdiensten?

Bischof: Ja! Der Kontakt zur Jugend war mir immer sehr wichtig und den werde ich auch weiterhin pflegen. Wenn es mir möglich ist, würde ich sehr gerne auch öfter da sein. Einfach weil mir die Jugend sehr am Herzen liegt und ich auch gerne bei der Jugend bin.

Apostel: Da kann ich mich nur anschließen (lacht).

Lieber Apostel, welche Gefühle machen sich in dir breit, wenn du an die Missions­arbeit in Afrika oder anderen Ländern denkst? Momentan ist das zwar noch kein Thema, aber es könnte zu einem werden.

Apostel: Momentan ist das kein Thema. Vieles wird künftig mehr in die regionale oder lokale Betreuung übergehen. Sprich, es werden weniger Auslandsreisen stattfinden als das bisher vielleicht der Fall war. In meinem Berufsleben war ich relativ viel unterwegs und auch oft auf Reisen. Sicherlich mag es noch immer sehr abenteuerliche Länder und Regionen geben. Aber es ist so wie im Berufsleben. Wenn man den Auftrag bekommt, führt man ihn aus, ohne großartig über die Konsequenzen und möglichen Szenarien oder Gefahren nachzudenken.

Bischof: Ich sehe das ähnlich. Bei mir sind auch keine Missionsreisen geplant. Aber falls man mich in die Betreuung von Missionsländern mit einbezieht, würde ich auch definitiv diesen Auftrag ausführen. Aber sehr wahrscheinlich ist das nicht. Es ist wie der Apostel eben schon gesagt hat. Der Bezirksapostel hat das so organisiert, dass die Betreuung mehr und mehr in die Hände der vor Ort lebenden Apostel übergeht.

Apostel: Noch ein kleiner Einschub an dieser Stelle. Viele können sich ja nicht vorstellen, wie die Betreuung der Bereiche hier in Süddeutschland mit wenige Aposteln als früher gewährleistet werden soll. Mit Freiburg-Tübingen ist ja nun der erste Schritt getan. Dadurch, dass die Missionsarbeit nun wegfällt und es sogar noch zwei Bezirke weniger sind als zuvor, ist es tatsächlich so wie es unser Bezirksapostel im Sommer be­kannt­­­gegeben hat. Man kann die Betreuung der Bezirke so planen, dass es funktioniert.

Teil 3 folgt nächste Woche

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Interview mit Apostel Schnaufer und Bischof Vester – Teil 1

Interview mit Apostel Schnaufer und Bischof Vester als PDF – Teil 2

 
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Verfasst von - 16. Dezember 2013 in Interviews

 

Interview mit Apostel Schnaufer und Bischof Vester – Teil 1

IMG_6397Seit Wochen bereitete sich das ORGA Team der Jugend Pforzheim auf ein ganz besonderes Interview vor. Am 03. Dezember 2013 war es endlich soweit. Interviewpartner waren Apostel Schnaufer (Freiburg/Tübingen) und Bischof Vester (Pforzheim). Beide wurden am 01. September 2013 durch Stammapostel Jean-Luc Schneider ordiniert. Zum Interview traf sich das Team im Haus von Bischof Jörg Vester . Nach einem gemeinsamen Abendessen, konnte das Interview beginnen:

Lieber Apostel Schnaufer, lieber Bischof Vester, vielen Dank, dass ihr uns die Möglichkeit gebt, euch einmal privat zu treffen und euch ein paar Fragen zu stellen, die auch die Jugendlichen sicherlich sehr interessieren. Ihr seid nun beide jetzt fast 100 Tage mit eurer neuen Amtsaufgabe betraut. Gibt es denn schon eine erste Zwischenbilanz?

Apostel: Ja, die erste Zwischenbilanz sieht für mich persönlich sehr positiv aus. Es ist wirklich schön, wie offen und herzlich einen die Geschwister empfangen, in Bezirken, die man vorher ja gar nicht kannte. Man sieht daran, es ist nicht irgendeine Organisation, sondern das Werk Gottes, das man hier wiederfindet. Es schafft sehr viel Freude, das zu spüren.

Bischof: Ich kann das, was der Apostel gerade gesagt hat nur voll und ganz unterstreichen. Anfangs hatte ich Sorge darum, ob sich die gerade die Bezirksvorsteher nun einfach so zu einem neuen Bischof umorientieren können. Aber ich muss wirklich sagen, dass diese Sorge unbegründet war, denn es ist richtig schön zu erleben, dass man mit offenen Armen empfangen wird.

Jetzt sind wir natürlich eine jugendorientierte Fragerunde. Da gibt es selbstverständlich auch Dinge, die ihr in eurer Jugendzeit erlebt habt, die nicht so glatt gelaufen sind. Gibt es eine besonders peinliche oder komische Situation aus eurer Jugendzeit, an die ihr euch besonders gerne zurückerinnert?

Apostel: Was mir noch heute furchtbar peinlich ist und auch damals sehr unangenehm war, ist ein Erlebnis aus meiner Zeit als frisch konfirmierter Jugendlicher. Wir waren damals auf einem Konfimantenausflug in Straßbourg und haben es vor lauter Gaudi und Spaß versäumt unser Mittagessen zu bezahlen. Wir hatten mehrmals nach der Bedienung gerufen, die dann aber einfach nicht aufgetaucht ist. Das hat wiederum hervorragend zu einigen „Zechpreller-Witzen“ gepasst, die wir uns am Tisch gegenseitig erzählt hatten. Tatsächlich hat aber dann keiner mehr daran gedacht die Rechnung zu bezahlen. Das hat natürlich eine riesige Woge ausgelöst. Uns war das so peinlich, dass wir dann im Nachhinein einen erheblichen Zusatz zum Rechnungsbetrag überwiesen haben. (lacht): Es gab dann hinterher auch einige Familien­besuche……..!!

Kannst du das noch toppen, lieber Bischof?

Bischof: Ja, da gibt es sicherlich die ein oder andere Situation in der man lieber die Zeit wieder zurückgedreht hätte. Aber das Peinlichste an das ich mich so erinnere war, dass ich mich in meiner Jugendzeit in ein Mädchen verguckt hatte. Eine Bekannte von mir hat das mitbekommen und wollte mir dann etwas Gutes tun, indem sie eines Tages mit diesem Mädchen vor meiner Tür stand. Als es dann klingelte und ich nichtsahnend die Tür öffnete, brachte ich keinen Ton mehr raus. Abgesehen von: „Öh, was macht Ihr da?“. Natürlich kein besonders toller Empfang, was dann unter Anderem auch dazu geführt hat, dass da nie was daraus geworden ist. Bei  meiner jetzigen Frau, scheint das dann aber besser funktioniert zu haben (lacht).

Was war denn euer intensivstes oder schönstes Glaubenserlebnis?

IMG_6366Apostel: Das ist so eine Frage, zu der es sehr viel zu erzählen gäbe. Ich hatte schon so viele tolle Erlebnisse, dass es mir schwer fällt, eines davon zu DEM Glaubenserlebnis herauszuheben. Die schönsten Erlebnisse mit dem lieben Gott hatte ich immer in Verbindung mit der Mitarbeit im Werk Gottes.  Ein Beispiel: Im Jahr 1984 wurde ich als Organist bei einem festlichen Singen in PF-Brötzingen eingeteilt. Grund für dieses Event war der Besuch unseres damaligen Stammapostels Hans Urwyler. Ich erinnere mich, dass ich damals unheimlich nervös und total von der Rolle war. Als der Stammapostel mit seinen begleitenden Aposteln während des Eingangsliedes  in das Kirchenschiff einbog, habe ich ihn mit meinem Blick verfolgt, bis er am Altar stand. Und das Erste, was der Stammapostel damals tat war, sich gezielt zu mir umzudrehen und mir in die Augen zu schauen. Das war eine Blickverbindung, die ich in meinem ganzen Leben niemals vergessen werde. Denn es war, als ob jemand bei mir auf einen Knopf gedrückt hätte. Ich war hinterher absolut ruhig, voll konzentriert und gefasst. Für mich ein sehr eindrucksvolles Erleben. Ich denke – das möchte ich in diesem Zusammenhang einmal sagen – es kommt immer darauf an, dass man den lieben Gott mit in sein Leben nimmt und ihn auch in „kleinen Dingen“ erlebt und bewusst wahrnimmt. Das ist etwas, dass Sicherheit gibt und sehr viel Freude bereitet.

Bischof: Ich habe den lieben Gott unter Anderem auch sehr oft während meiner Bundeswehrzeit erlebenIMG_6334 dürfen. Ich habe damals meine Vorgesetzten schon von vornherein darüber informiert, dass ich neuapostolisch bin und durfte dann auch immer die Gottesdienste besuchen. Nun kam es aber so, dass der Stammapostel in PF-Bayernstraße zu Besuch kam um den Neujahrsgottesdienst zu halten, was mich natürlich sehr freute. Ausgerechnet für diesen Tag wurde ausgelost, wer an besagtem Termin in der Kaserne UvD (Unteroffizier vom Dienst) machen musste. Man muss dazu sagen, dass ich damals einer von elf „Berechtigten“ war, die zur UvD hätten eingeteilt werden dürfen. Und da war die Wahrscheinlichkeit schon hoch, dass es mich treffen würde. Ich bin dann sofort zu meinem Vertrauensmann und habe ihn in Kenntnis gesetzt, dass ich an diesem Tag unmöglich würde UvD zu machen, da der Stammapostel in Pforzheim sei. Er hat mir dann versichert, dass man mich aus dem Lostopf entfernen würde. Daraufhin bin ich dann bei der Auslosung seelenruhig auf meinem Platz gesessen und habe mich zurückgelehnt. Als dann der erste Loszettel gezogen wurde, war für mich die Überraschung schon groß, als mein Name darauf stand. Dann habe ich erst einmal ein „Stoßgebet“ nach Oben geschickt, bin aufgestanden und habe der versammelten Mannschaft erklärt, weshalb ich an dem Wochenende keinen Dienst machen könne. Dann ist etwas passiert, was mich beeindruckt hat, denn neun von den zehn anderen „Berechtigten“ haben sich daraufhin bereit erklärt noch einmal an der Verlosung teilzunehmen, obwohl sicherlich jeder gerne über Silvester/Neujahr zu Hause gewesen wäre. Dank dieser Kameraden, war es mir dann möglich, den Gottesdienst unseres Stammapostels in Pforzheim mitzuerleben.

Lieber Apostel, lieber Bischof, wie haben eigentlich eure Familien auf den neuen Amtsauftrag reagiert? Und wie habt ihr selbst die Botschaft aufgenommen, als man euch mit der Nachricht konfrontiert hat?

IMG_6362Bischof: Als der Bezirksapostel bei uns war und uns die „Neuigkeit“ überbracht hat, hat meine Frau ganz klar gesagt, dass „mein Mann kein Bischof ist“. Der Bezirksapostel hat meiner Frau dann daraufhin sehr gekonnt geantwortet: „Ja, da haben Sie recht. NOCH nicht!“ (lacht). Meine Frau und ich konnten uns das einfach nicht richtig vorstellen. Als meine Kinder dann davon erfuhren – sie wurden erst nach dem Gespräch mit meiner Frau dazu geholt – kam ganz spontan die Reaktion: „Ja, kein Problem, wir wissen ja, was ein Bischof alles machen muss“. Später wurde uns dann klar, dass der Bischof Schnaufer in einer der letzten Jugendstunden anwesend war und von seinen Aufgaben als Bischof berichtet hat (lacht). Meine Kinder haben die Sache also schon sehr locker genommen. Aber man muss auch offen sagen, dass es trotzdem auch manchmal ein Kampf ist, weil man ja seinen Amtsauftrag gewissenhaft ausführen möchte. Und da muss die Familie schon hinter einem stehen, was sie zum Glück auch tut.

Apostel: Als ich damals bei der Jugend war und von meiner Tätigkeit als Bischof erzählt habe, wusste ich schon seit einem Tag, dass schon die nächste Veränderung vor der Tür stand.  Ich hatte am Freitag davor ein Gespräch mit unserem Bezirksapostel. Das war für mich schon eine schwierige Situation.

Für mich und meine Familie kam das selbstverständlich sehr überraschend, und als sich die ersteIMG_6307 „Schockwelle“ gelegt hatte, haben wir uns alle gemeinsam vorgenommen, alles was mit dieser Aufgabe verbunden ist freudig anzupacken und positiv aufzunehmen. Man darf natürlich nicht vergessen, dass mit dieser Aufgabe, sowohl als Bischof, als auch als Apostel eine Neustrukturierung des bisherigen Lebens stattfindet. Dazu gehört auch die bewusste Entscheidung für die Berufung als Bischof bzw. Apostel und gegen den irdischen Beruf, den man jahrelang ausgeübt hat. Das hat dann auch zur Folge, dass der Familienrhytmus aus dem Takt kommt. Man kommt spät heim, ist viel unterwegs und man fragt sich anfangs schon, wie man das unter einen Hut bekommt. Aber es ist schon so, wie wir das eben schon festgestellt haben. Wenn meine Familie nicht voll hinter mir stünde, dann könnte ich mir nicht vorstellen all das zu bewältigen. Ich habe erlebt, dass der liebe Gott eingreift und auch viele Erlebnisse schenkt, also sich auch zu der Berufung bekennt. Ich habe bisher sehr viel Schönes erlebt.

Jetzt waren wir eben schon bei einem sehr interessanten Punkt angelangt. „Vom Beruf weg, hin zur Berufung“. Wie haben eure Kollegen bei der Arbeit / eure Chefs reagiert, als ihr ihnen erklärt habt, dass ihr als Bischof bzw. Apostel in der „Neuapostolischen Kirche“ angestellt seid?

Apostel: Es hatte natürlich niemand damit gerechnet, dass ich die Firma verlassen würde. Ich habe damals zu meinem Chef gesagt: „Für das was ich jetzt tue, gibt es kein einziges, rationales Argument, „ich verlasse die Firma nicht, weil ich woanders mehr verdiene oder aufgrund von besseren Karrieremöglichkeiten, sondern es ist eine reine Glaubensentscheidung!“. Wenn man sich bewusst macht, dass es sich um einen Ruf Gottes handelt, dann fällt einem diese Entscheidung auch schon leichter. Aber nichts desto trotz waren meine Kollegen und mein Chef doch sehr „geschockt“, weil wirklich niemand damit gerechnet hat. Allerdings kann ich sagen, dass die Reaktion alles in allem sehr positiv war. Vor allem wurde mir sehr viel Wertschätzung entgegengebracht. Ein Kollege hat es so ausgedrückt: „Sie haben das große Glück, dass sie den Rest ihres Lebens mit dem erfüllen dürfen, was Ihnen sowieso das Wichtigste ist. Wer hat das schon!“. Natürlich gab es auch ein oder zwei Kollegen, denen man angesehen hat, dass sie mich am liebsten in eine Therapie geschickt hätten (lacht). Aber das war die absolute Minderheit!

IMG_6371Bischof: Naja, also bei mir muss man dazusagen, dass mein Chef und auch ein Teil der Belegschaft neuapostolisch sind. Daher war hier von Vornherein absolutes Verständnis da. Mein Chef sagte nur: „Schließlich bräuchte man auch in der Kirche gute Leute.“ (lacht). Meine Kollegen haben es bedauert, dass ich den Betrieb verlasse, immerhin war ich 14 Jahre in der Firma tätig. Ein Kollege sagte mir: „Das ist doch schön für dich, jetzt kannst du genau das machen, was du sowieso schon die ganze Zeit nebenher gemacht hast.“. Mir war in der Situation ein klein wenig unbehaglich zumute, weil ich eigentlich noch eine Weiterbildung hätte machen können, deren Unterlagen schon zur Unterschrift bei mir vorlagen. Am Sonntag darauf wurde in den Gemeinden der Brief zur Ordination vorgelesen. Für mich war das nochmal ein Zeichen, mich für die Berufung zu entscheiden und nicht für den Berufsweg. Der Bezirksapostel meinte auch eher scherzhaft, dass die Weiterbildung für das Bischofsamt nicht unbedingt eine Voraussetzung ist (lacht).

Teil 2 folgt nächste Woche

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Interview mit Apsotel Schnaufer und Bischof Vester – Teil1 als PDF

 
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Verfasst von - 13. Dezember 2013 in Interviews

 

Stammapostel i. R. Leber im Interview – Teil 2

Leber 2Haben Sie sich mittlerweile schon komplett daran gewöhnt, die Gottesdienste als Kirchenmitglied unter gleichen zu besuchen? Und wäre das für Sie auch im Alter zwischen 20 und 65 denkbar gewesen? Hätten Sie sich also ein ganzes Leben ohne Amtsauftrag vorstellen können?

Zum ersten Teil der Frage: Ja, man gewöhnt sich sehr schnell daran. Mir ist es jedenfalls so ergangen. Und ich glaube, die Amtsträger gewöhnen sich ebenfalls mehr und mehr daran, dass ich in der Kirchenbank sitze. Da ist beidseitig ein ganz normales Verhalten. Mittlerweile wird auch nicht mehr erwähnt, dass ich, der Stammapostel im Ruhestand, anwesend bin. Das ist auch gut so. Ich möchte ein Bruder unter Brüdern und Schwestern sein. Und zum zweiten Teil der Frage, zum Leben ohne Amtsauftrag: Ich war mehr als ein halbes Leben lang Amtsträger, da ist schwierig zu sagen, wie man ohne ein Amt gelebt hätte. Sicherlich hätte es ganz andere Perspektiven gegeben – eine ganz andere Art, das Leben zu gestalten. Doch das ist theoretisch. Im Einzelnen kann ich gar nicht sagen wie das Leben verlaufen wäre. Dafür ist ein Amtsauftrag und alles was dazu gehört einfach stark dominierend, stark prägend für das Leben und die Lebensgestaltung.

Sie haben ja auch fast alle Amtsaufträge der Neuapostolischen Kirche nach und nach erhalten. Nur als Hirte und Bezirksältester waren Sie nie tätig. Hätten Sie sich diese Erfahrungen gewünscht statt die Amtsträgerhierarchie so schnell zu durchlaufen? Zwischen Ihrer Ordination zum Evangelisten und Ihrer Ordination zum Apostel lagen nur vier Jahre und zwei Monate…

Ob es nötig gewesen wäre, die anderen beiden Amtsaufträge noch auszuüben, das ist nicht der springende Punkt. Aber zweifellos, ich fand den Wechsel immer etwas schnell. Jede Amtsstufe fordert den ganzen Menschen und erfordert eine gewisse Zeit der Einarbeitung. Schließlich muss man einiges lernen, was mit dem jeweiligen Amt in Verbindung steht. Man muss die Verbindung zu den anvertrauten Glaubensgeschwistern pflegen. Es gilt Vertrauen zu wecken, Vertrauen aufzubauen – und das geht nicht immer schnell. Insofern habe ich das oft bedauert, dass eine neue Aufgabe die vorige so zeitig abgelöst hat. Da hätte ich mir mehr Zeit gewünscht, ja.

Unabhängig davon, wie viel Zeit Sie für die jeweiligen Aufgaben hatten: Welcher war Ihr Lieblings-Amtsauftrag?

Ich war gern Gemeindevorsteher, anfangs als Priester, später als Evangelist. Und fasziniert hat mich diese Aufgabe, weil man ganz engen, ganz direkten Kontakt zu den Glaubensgeschwistern in der Gemeinde hat. Es ist schön Vertrauensperson zu sein, Rat geben zu dürfen, gemeinsam um göttliche Hilfe und Wegweisung beten zu können. Damit sind sehr viele schöne Erlebnisse verbunden. Ich muss sagen: Diese Zeit als Vorsteher möchte ich nicht missen.

Ihre Frau meinte, für sie wäre die schönste Zeit jene gewesen, als Sie Bezirksevangelist waren. Mit der Begründung: Als Bezirksevangelist ist der Radius der zu bedienenden Gemeinden noch nicht allzu groß und Sie kamen jeden Abend nach Hause. Auch vor dem Hintergrund, dass Ihre Kinder zu diesem Zeitpunkt 12 und 14 Jahre alt waren, zeugt die Bemerkung Ihrer Frau von einem großen Verständnis für Ihren Einsatz und die Aufgabenstellung der Kirche an ihre Seelsorger. Ist dieses Verständnis immer gleich geblieben?

Meine Frau kommt – dieser Hintergrund ist nicht unwichtig – aus einer Familie mit vielen Amtsträgern. Beispielsweise war ihr Vater Bezirksapostel. Insofern wusste sie sehr früh um die Beanspruchungen, die mit den Amtsaufgaben einhergehen. Klar ist genauso, dass in der Familie Aufgaben zu erledigen sind, die auch den Einsatz des Mannes erfordern. Doch da sie voll hinter mir stand und steht, hat sie mir bislang immer so gut es geht den Rücken freigehalten. Dafür bin ich sehr dankbar. Und richtig gut funktioniert hat das tatsächlich zu der Zeit, als ich Bezirksevangelist war. Da ist man hauptsächlich – wie sie sagte – im Umkreis der eigenen Gemeinde tätig. Das ist in der Regel alles gut zu managen. Erst recht, wenn die Ehefrau das positiv sieht und entsprechend unterstützt. Und wenn ich für die Familie hier und da mal mehr da sein wollte, ist das immer auf Verständnis der zuständigen Amtsträger und der Glaubensgeschwister gestoßen. Natürlich wird die richtige Prioritätensetzung immer schwieriger, je größer der kirchliche Verantwortungsbereich wird. Allein dadurch, weil man häufig allein, also ohne die Familie, auf Reisen ist. Meine Frau ist – zum Teil auch wegen der Kinder – längst nicht immer mitgereist. Sie hat stets viel Wert darauf gelegt, Verbindung zu ihrer Gemeinde zu haben. Und das bedeutete, dass wir weniger Zeit gemeinsam verbringen konnten. Trotzdem glaube ich sagen zu können, dass das gut gelaufen ist – zum einen vor dem Hintergrund des gegenseitigen Verständnisses, zum anderen deswegen, weil ich zwischendurch auch mal einen Tag frei genommen habe, um etwas für die Familie und mit der Familie zu tun. Ein gewisser Spagat ist das sicherlich, aber ich habe den Eindruck, dass auch meine Kinder diesbezüglich keinen Mangel hatten.

Was sagen Sie Familien von Seelsorgern, die das nicht so hinbekommen oder Mühe haben, ein ähnliches Verständnis wie Ihre Frau aufzubringen?

Darauf kann ich keine generelle Antwort geben. Da muss jede Familie einen eigenen Weg suchen. Wichtig ist das Verständnis der übergeordneten Amtsträger. Schön ist, wenn hier und da gesagt wird: Bleib mal zuhause, mach etwas für dich und deine Familie! Wichtige seelsorgerische Dinge wird es natürlich immer geben, aber genauso gibt es immer Aufgaben, die man ein bisschen schieben oder reduzieren kann – schon steht Zeit für die Familie zur Verfügung. Und schließlich dürfen wir unseren Glauben daran nicht vergessen, dass die Zeit, die wir für das Werk Gottes aufbringen, unter Gottes Segen fällt. Nur bitte nicht missverstehen: Ich warne davor leichtfertig zu meinen, man könne das eine und andere dauerhaft vernachlässigen, es werde am Ende alles gut. Man muss schon seinen Teil dazu beitragen, dass die Familie intakt bleibt und Freude hat.

Doch auch Sie hätten als Ehemann und Vater sicherlich mehr Zeit mit Ihrer Familie verbringen wollen als Ihnen bislang möglich war. Ist ein Stück dieser Zeit im Ruhestand nachzuholen? Ihre Kinder wohnen ja ganz in Ihrer Nähe.

Nein, nachzuholen ist diese Zeit nicht, dieser Zug ist abgefahren. Inzwischen haben meine Kinder ja ein Alter erreicht, in dem sie längst selbstständig sind und ein eigenes festes Familien- und Freundesumfeld haben. Also ist es gut, dass wir unseren Kontakt permanent pflegen und uns zwischendurch Zeit füreinander nehmen. Auch als Stammapostel habe ich mich hin und wieder, wenn ich in der Hamburger Verwaltung war, mit meinen Kindern über Mittag zum Essen getroffen – und damit signalisiert, dass ich ein gemeinsames Leben mit ihnen führen möchte, dass sie immer fester Bestandteil meines Lebens sind, dass ich starkes Interesse daran habe, was sie denken, was sie wollen und was ihr Leben gerade ausmacht. Das hat sich bewährt. Man muss immer Möglichkeiten suchen, das Familienleben zu pflegen und zu fördern.

Apropos Familienleben: Darf ich fragen, wer nun – nach Ihrer Ruhesetzung – vor einem gemeinsamen Essen betet? Zum Beispiel dann, wenn Ihre Tochter und Ihr Schwiegersohn, der das Hirten-Amt trägt, zu Gast sind? Und wie sehen Sie das grundsätzlich, dass sich oftmals die Amtsträgerhierarchie in der familiären Gebetspraxis widerspiegelt?

Ja, dass in Familien und anderen Zusammenkünften meistens der „ranghöchste“ Amtsträger betet, das ist eine Gepflogenheit, das ist üblich. Man kennt es aus den Gottesdiensten und überträgt das dann. Das müsste bestimmt nicht so sein, geschieht aber möglicherweise häufig, um große Diskussionen darüber zu vermeiden. Ich persönlich denke, dass das die aktiven Amtsträger unter sich ausmachen sollen. Jedenfalls sehe ich es in größeren Kreisen nicht als meine Aufgabe, das Gebet zu sprechen. Aber wenn dann keine schnelle Einigung in Sicht ist, dann mache ich das auch. (lacht) Es ist ja kein ehernes Gesetz, das kann man einrichten, wie man will. Und wenn wir im kleinen Familienkreis zusammenkommen, dann ist es so, wie es gerade kommt: Da betet mein Sohn, mein Schwiegersohn und ich beten auch. Das ist nicht festgelegt, sondern sehr frei – wie die Situation gerade ist. Irgendeiner findet sich immer. (lacht)

Das Gebet ist das Eine. Es gibt nun für Sie aber auch weitere Möglichkeiten, Ihre Familie in ihrem Glauben und in der Rolle, die sie in der Gemeinde einnehmen, kennenzulernen. Haben Sie zum Beispiel schon einmal gezielt einen Gottesdienst in der Gemeinde Ihrer Kinder besucht, um sie beim Orgelspielen oder Singen zu sehen? Oder Ihren Schwiegersohn beim Predigen?

Nein, das habe ich bisher nicht gemacht. Wenn sich das mal ergibt, bin ich gern mit dabei. Ansonsten habe ich aber auch nicht das Verlangen, dass ich unbedingt erleben muss, wie die Kinder ihre Rollen in der Gemeinde leben. Ich weiß, welche Aufgaben sie haben und das ist gut so.

Sie besuchen die Gottesdienste also in der Regel nur in Ihrer Gemeinde und in den Kirchen und Hallen, zu denen Sie vom Stammapostel oder Bezirksapostel eingeladen werden: Die Eindrücke sind nicht mehr so zahlreich und bunt wie sie vor Ihrem Ruhestand waren. Als Sie letztes Jahr von Lübecker Jugendlichen interviewt wurden, haben Sie noch von den Gemeinden in Sambia geschwärmt. Fehlen Ihnen im Ruhestand diese multikulturellen Eindrücke und vielen persönlichen Kontakte zu Ihren Glaubensgeschwistern?

Es sind schöne Erinnerungen, die ich auch weiter in mir trage. Ich habe großartige Erlebnisse gehabt und großartige Dinge erfahren. Die Gemeinschaft mit den Glaubensgeschwistern war einfach toll. Aber: Die Tür ist zu. Seit dem Ablauf der aktiven Zeit ist das beendet und ich hänge diesen Tagen und Jahren nicht wehmütig nach. Nein, da habe ich keinerlei Bedauern.

Kommen wir noch auf ein Buch zu sprechen, das nun im Bischoff Verlag erhältlich ist. Bezirksevangelist Fritz Nicolaus hat von Ihnen ein Porträt auf 200 Seiten gezeichnet: Nahe zu Gott, nahe zu den Menschen. An Ihrer Nähe zu Gott wird sich wohl nichts ändern. Aber „nahe zu den Menschen“, das gestaltet sich im Ruhestand sicher anders.

Ja, das ist anders als zuvor, aber Kontakt ist nach wie vor da – hauptsächlich eben in und mit meiner Gemeinde. Dort gibt es neue Möglichkeiten, um nahe zu den Menschen zu sein. Da weiß ich um Schwierigkeiten, um berufliche Probleme, um gesundheitliche Sorgen und so weiter. Das alles mitzuerleben und mitzutragen, das finde ich sehr schön und bereichernd. Erst recht, wenn man helfen kann und füreinander betet. Grundsätzlich kann man sagen: Was vorher weltweit und damit zwangsläufig in Teilen etwas oberflächlicher war, ist nun lokal und hat sich entsprechend intensiviert. An meiner Haltung hat sich dabei nichts geändert, die ist geblieben: Nahe zu Gott, nahe zu den Menschen.

In dem Buch erfahren die Leser unter anderem, dass Sie auf dem Gymnasium zwei Klassen übersprungen haben, in Frankfurt und Kanada studierten, dann promovierten und später, bereits als Bischof, nahe dran waren, eine Stelle im Vorstand einer Versicherungsgesellschaft zu übernehmen. Doch dann haben Sie erfahren, dass Sie Apostel werden sollten – und beendeten Ihre Karriere. Haben Sie sich in all den Jahren irgendwann einmal in Ihren alten Beruf zurückgewünscht? Haben Sie sich jemals ertappt, bei der Frage: Wo stünde ich jetzt, wenn ich als Mathematiker weitergemacht hätte?

Dass solche Fragen irgendwann kommen, ist – glaube ich – normal. Ein Beispiel: Ich hatte damals einen Mitarbeiter, der heute Aufsichtsratsvorsitzender der ganzen Versicherungsgruppe ist, bei der ich früher tätig war. Als ich das hörte, habe ich schon spontan gedacht: Unter Umständen wäre das wohl auch für mich möglich gewesen. Aber nicht bedauernd! Ich habe die Aufgabe als Amtsträger mit ganzer Seele gemacht, mit ganzem Einsatz, so gut ich es tun konnte. Und dann erlebt man so viel Schönes, was im Beruflichen überhaupt nicht zu erleben ist, nicht einmal annähernd.

Und hätten Sie sich für die Vorstandslaufbahn entschieden, wären Sie heute wahrscheinlich noch nicht im Ruhestand. Es gibt noch eine weitere Person, die heute – historisch betrachtet – eigentlich nicht im Ruhestand wäre: Papst Benedikt XVI. In Ihrer Amtszeit hatten Sie sich um ein Gespräch mit ihm bemüht, was jedoch erfolglos blieb. Wäre es nicht denkbar, sich nun als zwei Ruheständler zu treffen?

(lacht) Denkbar schon, aber die Katholische Kirche hat eine solche Größe und ist ganz anders aufgestellt, dass da solche Dinge auch unter politischen Gesichtspunkten betrachtet werden und viele Aspekte eine Rolle spielen. Daher wird man, so denke ich, nicht jedem Zugang gewähren – was ich verstehen kann. Wenn sich aber eine Möglichkeit ergäbe, würde ich mit großem Interesse einem solchen Treffen zusagen. Nur realistisch ist das wahrscheinlich nicht.

Das nächste große innerkirchliche Treffen vieler Apostel – eben auch jener im Ruhestand – wird in München 2014 im Rahmen des Internationalen Kirchentages und des Pfingstfestes sein. Sind Sie zu diesem Zeitpunkt völlig im Ruhestand angekommen oder übernehmen Sie noch eine Aufgabe, etwa ein Vortrag oder eine Podiumsdiskussion?

In der Tat gibt es ein paar Überlegungen in diese Richtung. Und ich bin auch nicht abgeneigt, mich dort einzubringen. Dass ich im Ruhestand bin, bedeutet für mich nicht, keine Aufgaben mehr anzunehmen. Wenn das gewünscht wird, bringe ich mich gern weiterhin ein.

Der Kirchentag 2014 steht unter dem Motto: „Siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ Haben Sie auch ein Motto für Ihren Ruhestand?

Kein Motto, das speziell auf den Ruhestand ausgerichtet wäre. Gewisse Worte haben mich einfach in meiner Zeit als aktiver Amtsträger immer begleitet, und diese begleiten mich nun auch im Ruhestand, zum Beispiel „Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand.“ (Sprüche 3,5) oder: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12,21)

Quelle: NAK Norddeutschland

 
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Verfasst von - 18. Oktober 2013 in Interviews

 

Stammapostel i. R. Leber im Interview – Teil 1

LEBERStammapostel Leber, vor Ihrem Büro stehen zusammengefaltete Umzugskartons. Ein Zeichen Ihres Ruhestands. Aber auch ein Zeichen dafür, dass noch nicht alles erledigt ist. Welche Aufgaben haben Sie in Ihren Ruhestand mitgenommen?

Zunächst gab es Arbeiten – und die gibt es noch –, die erst mit meinem Ruhestand gekommen sind. Zum Beispiel haben mir einige Glaubensgeschwister anlässlich meines Ruhestandes geschrieben und sogar kleine Geschenke gemacht. Darauf habe ich geantwortet und tue es gerne weiterhin. Auch kommen E-Mails und Briefe von jenen hinzu, die mir in meiner Amtszeit nicht geschrieben haben – und es auch genauso begründen: „Jetzt haben Sie ja Zeit auf meine Fragen zu antworten.“ (lacht) Und dann ist daneben noch meine Projektgruppen-Arbeit, die weitergeht. So bin ich im Auftrag des Stammapostels weiter für die Koordinationsgruppe tätig und außerdem damit beschäftigt, die Leitgedanken zum Gottesdienst durchzusehen. Und zwischendurch gibt es noch ein paar Anfragen aus Projektgruppen, ob ich für sie die eine oder andere Aufgabe übernehmen könnte. Also: Es ist einiges da, was noch Arbeit macht. (lacht) Aber ich freu mich darüber, denn ich beschäftige mich gern damit.

Ist absehbar, wann diese Arbeiten auslaufen?

Ja, ein großer Teil wird Ende des Jahres auslaufen.

Was heißt das bis dahin konkret für Ihren Alltag im Ruhestand: Zu wie viel Prozent sind Sie noch Stammapostel und zu wie viel Prozent im wirklichen Ruhestand?

Das ist schwierig zu sagen. Grob eingeschätzt denke ich, dass ich ein Viertel meiner Zeit noch für die Kirche tätig bin. Und in der restlichen Zeit bin ich Privatmann.

Entspricht dieses Verhältnis den Erwartungen Ihrer Frau? Oder heißt es bei Ihnen wie bei Loriot: Entschuldigung, das ist mein erster Ruhestand. Ich übe noch.

(lacht) Nein, im Großen und Ganzen ist meine Frau einverstanden. Nur – wie das manchmal so ist – häuft sich auch mal etwas. Und sie hat schon die Erwartung, dass ich im Haushalt mehr mithelfe oder ab und zu den Hund hüte, was früher überhaupt nicht möglich war.

Klingt zunächst nach Kleinigkeiten. Und was bei Loriot sehr lustig klingt, ist bei vielen Betroffenen wie Angehörigen eine ernsthafte Herausforderung: der Übergang in den Ruhestand und die einhergehenden Veränderungen, wie beispielsweise die Wandlung des Rollenverhaltens und das Ausbleiben von gewohnten Erfolgserlebnissen. Wie gehen Sie damit um?

Ich muss wirklich sagen, dass ich da keinerlei Schwierigkeiten habe. In dem Augenblick, als ich zur Ruhe gesetzt worden bin – so ist mein Empfinden heute noch –, habe ich eine Tür geschlossen. Und die ist zu geblieben. Klar, ich mache gern, was noch zu tun ist. Aber ich freue mich, dass ich jetzt die Zeit entspannt genießen kann, jeden Tag neu. Vor allem bin ich froh darüber, dass der Termindruck nicht mehr vorhanden ist. Manches kann ich nun auch morgen erledigen. Diesen entspannten Umgang mit den Aufgaben genieße ich sehr.

Das gelingt nicht jedem Ruheständler – unabhängig davon, wo er tätig war. Am einfachsten und besten wäre es, so die Meinung einiger Alternsforscher, im Alter länger zu arbeiten und dafür in jüngeren Jahren Pausen einzulegen, etwa in Form von einem Sabbatjahr. Wie hört sich das für Sie an: Ein Stammapostel oder – allgemeiner – ein Apostel, der ein Sabbatjahr macht?

Ich muss sagen: So richtig vorstellen kann ich mir das nicht. Wenngleich das sicherlich eine Frage wäre, die man näher untersuchen müsste, sollte das von einem einzelnen Apostel wirklich gewünscht werden. Generell ist das aber recht schwierig. Man steckt in so vielen Prozessen, nimmt an regelmäßigen Sitzungen teil, muss zahlreiche Entscheidungen treffen … Da ist ein komplettes Herausziehen eher theoretischer Natur.

Auch theoretisch für Sie, zukünftig aber real: 2029 wird das Rentenalter erst mit dem vollendeten 67. Lebensjahr beginnen. Stellen Sie sich vor, diese Regelung wäre 16 Jahre eher in Kraft getreten und Sie hätten demnach noch zwei Jahre Amtszeit vor sich. Was würden Sie sich als Stammapostel bis 2015 noch vornehmen?

Ich denke da an den Katechismus. Mit der Herausgabe haben wir einen wichtigen Schritt getan. Aber nun stellen sich Anschlussfragen, die jetzt unter der Leitung des neuen Stammapostels behandelt werden. Unter anderem geht es um das Amtsverständnis. Selbstverständlich sind dazu Aussagen im Katechismus gemacht worden, doch das kann und soll vertieft werden. Und das wäre sicherlich ein erstes Anliegen, was ich haben würde, wenn ich noch aktiv im Stammapostelamt tätig wäre. Aber da das nicht so ist, weiß ich das in guten Händen bei unserem neuen Stammapostel Jean-Luc Schneider.

Bis 2015 hätten Sie – entsprechend Ihrem bisherigen Durchschnitt – noch rund hundert Reisen unternommen, davon 30 Fernreisen. Wie viele sind in der gleichen Zeit nun als Ruheständler geplant?

Keinerlei Fernreisen. Eine Fernreise käme für mich nur noch in Frage, wenn etwas Besonderes anstehen würde, etwa ein Bezirksapostelwechsel oder Segenshandlungen an Paaren, zu denen ich eine enge persönliche Beziehung unterhalte. Da wäre es mir ein Anliegen, mit dabei zu sein. Ansonsten genieße ich es, zuhause zu bleiben. Das Reisen ist mit vielen Anstrengungen verbunden. Und ich merke, dass es mir ausgesprochen gut tut, keine Fernreise mehr zu machen.

Was können Sie zu weiteren Planungen Ihres Ruhestandes sagen? Werden Sie ein Buch schreiben oder sich – gemäß Ihres Studiums und ursprünglichen Berufs – noch einmal mit Mathematik beschäftigen? Und welche Aufgabe wollen Sie auf Gemeindeebene übernehmen?

In meiner Gemeinde verhalte ich mich zunächst einmal zurückhaltend. Es ist sehr schön da, zweifellos, aber ich möchte die Glaubensgeschwister dort erst richtig kennenlernen – oder wieder kennenlernen. Denn manche kenne ich ja von früher. Aber es sind mittlerweile Jahrzehnte ins Land gegangen und so hat sich in der Gemeinde selbstverständlich einiges geändert. Also versuche ich allen wieder näher zu kommen, Gemeinschaft zu pflegen, nehme allerdings von offiziellen Aufgaben zunächst Abstand. Stattdessen betätige ich mich – unterstützend – im Seniorenkreis. Dort habe ich beispielsweise festgestellt, dass die Seniorenveranstaltungen hauptsächlich von Frauen besucht werden. Demnach versuche ich die Männerriege zu aktivieren. Inzwischen zeigen sich sogar erste Erfolge. (lacht)

Und Ihre Ruhestands-Aktivitäten und -Planungen außerhalb des Gemeindelebens?

Ich betätige mich gern musikalisch, nutze das Klavier und die kleine Orgel, die wir zuhause haben. In den letzten Jahren habe ich es bedauert, dafür keine Zeit zu haben. Und das will ich nun pflegen, Anschluss finden an die Fähigkeiten von früher, aber nur für mich ganz privat. Mit kirchlichen Aufgaben will ich das nicht unbedingt verbinden.

Kommen wir auf Ihre neuen Gemeindeerfahrungen zurück: Wie erleben Sie – ganz ohne Predigtauftrag – die Gottesdienste?

Auch sehr entspannt. (lacht) Ich kann wirklich sagen, dass ich jeden Gottesdienst genieße. Das fängt schon damit an, dass ich ja jetzt neben meiner Frau sitze. Gleich im ersten Gottesdienst, den ich in der Gemeinde erlebt habe, hat sie mir gezeigt, wo ihr Platz ist – und damit auch, wo meiner ist. Da sitze ich nun, genieße den Chor und bleibe mit meiner Frau im Anschluss an den Gottesdienst noch auf einen Kaffee, so wie das in unserer Gemeinde üblich ist. Also ich bin – so weit ich das selbst von mir sagen kann – im Ruhestand angekommen. Und aus den Gottesdiensten gehe ich immer zufrieden heraus.

Werden Sie denn manchmal während der Predigt an die Leitgedanken zum Gottesdienst erinnert, die Sie Monate zuvor zum Teil selbst geschrieben haben?

Das kommt natürlich vor, häufig direkt beim Verlesen der Bibelstelle. Da merke ich: Aha, mit diesem Vers habe ich schon einmal einen Gottesdienst gehalten. Aber in aller Regel weiß ich gar nicht mehr, was ich damals gesagt habe. Auch die schriftlichen Leitgedanken habe ich nicht mehr parat. Ich bin dann offen für die Predigt. Und ich erlebe: Jeder Gottesdienst hat etwas Neues. Ich habe keinesfalls den Eindruck, dass auch nur eine Predigt etwas Abgestandenes wäre, das ich sowieso schon kennen würde. Und eines muss ich dazu sagen: Ich versuche, jeden Gottesdienst auf mich zu beziehen. Meine Aufgabe ist nicht, zu hinterfragen, was man vielleicht besser machen könnte, was besser zu formulieren wäre oder so etwas. Nein, ich freue mich, weil ich sehe, wie authentisch die Amtsträger predigen.

Andersherum könnte ich mir vorstellen, dass die Amtsträger, vielleicht junge Priester, auf Sie zukommen und ganz ausdrücklich Feedback wünschen. Findet das statt?

Nein, das hat bisher keiner geäußert. Möglicherweise ist da momentan aber auch noch eine gewisse Scheu vorhanden. Gerade anfangs war diese Scheu schon zu spüren. Inzwischen legt sich das. Ein ganz kurzes Gespräch findet aber insofern statt, als ich mich bei den Amtsträgern für den Gottesdienst bedanke – ganz konkret auch für Gedanken, die mich besonders angesprochen haben. Dadurch erfahren sie dann, was bei mir gut angekommen ist.

Gibt es Punkte, die bei Ihnen nicht gut ankommen? Den Autoren der Leitgedanken gaben Sie mitunter die Rückmeldung, dass der rote Faden fehle. Stellen Sie nun hier und da auch einen fehlenden roten Faden in den Gottesdiensten fest?

Gottesdienste sind unterschiedlich. Man merkt auch, dass die Begabungen unterschiedlich sind. Manch einer kann das Bibelwort brillant auslegen und ausführen, systematisch aufschließen – ein anderer tut sich schwer damit. Doch jeder hat in seiner Art die Fähigkeit, die Herzen der Gemeindemitglieder zu erreichen. Ich nehme auch etwas aus Gottesdiensten mit, in denen das Bibelwort nicht so sehr aufgeschlossen wird. Es gibt dann dennoch Gedanken, die mich faszinieren oder dir mir für meine persönliche Situation viel sagen und mich weiter bringen. Also egal, wie die Predigt aufgebaut wird, ich nehme immer etwas mit.

Nun sind Sie nicht zu jedem Gottesdienst in Ihrer Gemeinde, sondern nehmen auch Einladungen zu Gottesdiensten vom Stammapostel oder Bezirksapostel an. Dort ist es Tradition, dass Apostel im Ruhestand die Garderobe eines aktiven Amtsträgers tragen, also einen schwarzen Anzug mit Krawatte und ein weißes Hemd. Wieso ist das so? Und warum gilt der gleiche Dresscode nicht auch für die priesterlichen Amtsträger im Ruhestand?

Das ist eine gute Frage, warum das so ist. Ich denke, das ist noch historisch bedingt. Denn früher waren die Apostel im Ruhestand vor den Gottesdiensten in die Sakristei eingeladen – was inzwischen nicht mehr praktiziert wird. Die Tradition des Dresscodes hat sich aber festgesetzt. Doch im Grunde gibt es keine rechte Veranlassung dafür, dass Apostel im Ruhestand schwarz-weiß gekleidet erscheinen. Das hat keinen tieferen Sinn, sondern ist einfach eine Gepflogenheit, die sich eingebürgert hat. Und ich persönlich ziehe meine schwarzen Anzüge gern zu diesen besonderen Gottesdiensten an. Was soll ich auch sonst mit den Anzügen machen? (lacht)

Ist es nicht auch etwas seltsam, wenn man – wie Sie – 43 Jahre lang die Gottesdienste im schwarzen Anzug gekleidet besucht und gefeiert hat, dann aber, von einem Tag auf den anderen, zu einem farbigen Anzug greift? Wie war das bei Ihrem ersten heimischen Gottesdienstbesuch im Ruhestand? Können Sie sich an die Farbe Ihrer Krawatte erinnern? Und an das Gefühl in „bunt“ in der Kirchenbank zu sitzen?

Also an die Krawatte kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber ich weiß, dass ich einen blauen Anzug getragen habe. (lacht) Sicher, als ich mich dann in die Kirchenbank gesetzt habe, hatte ich schon ein komisches Gefühl. Doch dieses Gefühl ist schnell gewichen, nämlich der Freude, dass ich im Ruhestand ein ganz normales Gemeindemitglied bin.

 Fortsetzung folgt

Quelle: NAK Norddeutschland

 
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Verfasst von - 11. Oktober 2013 in Interviews

 

Interview mit Bischof Jörg Vester

Vester_JoergDer 01. September 2013 war für den Pforzheimer Bezirk ein ganz besonderer Tag. Nicht nur der unvergessene Besuch unseres Stammapostels Schneider, sondern auch die damit verbundenen Ordinationen. Unter anderem empfing unser bisheriger Bezirksevangelist Jörg Vester in diesem Gottesdienst das Bischhofsamt. Nach fast vier wöchiger Amtszeit veröffentlicht unsere Bezirkshomepage ein Interview mit Jörg Vester. Viel Spass beim lesen….

Lieber Bischof, wie haben Sie und Ihre Familie die Nachricht von der Ordination ins Amt eines Bischofs im Vorfeld aufgenommen?

Wir waren total überrascht als unser Bezirksapostel uns am 16.07. die Nachricht überbrachte. Es war doch mit Apostel Schnaufer, als unseren Bischof seit dem 18.11.2012, wie man so schön sagt “alles in trockenen Tüchern”. Die Nachricht haben wir jedoch als einen Ruf Gottes wahrgenommen und da gibt es für uns kein Nein.

Sie wechseln aus dem Berufsleben in die Berufung, waren in der Industrie bisher tätig. Was bedeutet für Sie diese Veränderung?

Es bedeutet ein ganz neues Leben, das ich mir im Moment noch nicht so richtig vorstellen kann. Zumal ich von Haus aus Techniker bin, gerne auch etwas “unter Strom stehe” und mir meine Tätigkeit Spaß gemacht hat.

Diesen September hätte ich – mit Unterstützung der Firma – ein berufsbegleitendes eMBA-Studium (lang gehegter Wunsch) begonnen, was ich nun kurzfristig canceln musste.

Bez.-Ap.: “ … das brauchst du als Bischof nicht.”

Anderseits gebe ich auch zu, dass ich mich inzwischen auch ein bisschen freue bald mehr Zeit für die Seelsorge zu haben.

Können Sie uns kurz ihre Eindrücke schildern, die Sie im Moment der Ordination am Altar erlebt haben?

Es ist mir an sich nicht wirklich möglich das in Worte zu fassen. Als die die Hände des Stammapostels auf mir ruhten habe ich wirklich eine besondere Kraft aber auch eine besondere Ruhe spüren dürfen.

Auch schon die Augenblicke davor waren etwas ganz Besonderes als unser Stammapostel, direkt vor uns stehend, in seiner Ansprache mit seiner Power, seiner Überzeugung und auch seiner Begeisterung wichtige Impulse gegeben hat.

Er hat uns (Apostel Schnaufer, Bischof Bornhäusser und mir) garantiert(!), dass mit dem Amt auch Freude verbunden ist!

Der Stammapostel Jean-Luc Schneider gab ihnen Amt und Auftrag. Worin sehen Sie ihre Schwerpunkte der kommenden Zeit?

Ich möchte unseren Apostel in seiner Arbeit 100% unterstützen, den Amtsträgern und Geschwistern der vom Stammapostel genannte große Bruder sein, und alle Anvertrauten vorbehaltlos lieben.

Dabei will ich für alle und alles ein offenes Ohr haben.

Haben Sie ein Motto für ihre Arbeit in dem Apostelbezirk?

Mit Herz und Verstand wirken.  (In dieser Reihenfolge!)

Quelle: www.nak-pforzheim.de

 
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Verfasst von - 29. September 2013 in Durchsagen, Interviews

 

Bischof Schnaufer – Das Interview

Die Söllinger Jugend hat Bischof Schnaufer interviewt.  Auszüge aus dem Interview könnt Ihr hier nachlesen:

bi_schnauferWie alt bist du?  51 Jahre

Hast du Kinder?  2 Kinder, einen Volljährigen Sohn und eine verheiratete Tochter

 Wo wohnst du?  in Keltern/ Dietlingen

Was ist dein Lieblingsreiseland? Italien, Spanien, Schweden und USA.

 Was ist dein Lieblingsessen? Offen für alles, gerne Steak, Innereien eher weniger…

 Wo und was hast du gearbeitet? Bei einem Industriezulieferer  (Bereich Metall) im Marketing und dadurch viel unterwegs.

Musstest du kündigen und was haben deine Kollegen / dein Arbeitgeber dazu gesagt? Es fiel nie das Wort Kündigung…sondern es stand nur die Frage im Raum: „wie können wir das regeln?“ Ein früherer Mitarbeiter hat meine Aufgaben übernommen, so dass ich bereits nach 3 Monaten in den Kirchendienst treten konnte. Der Verlauf war im Nachhinein ein weiterer Beweis für mich, dass ich beim richtigen Arbeitgeber war. Es lief alles sehr vertrauensvoll und mit großer Wertschätzung ab. „Steh dazu was du tust!!!“

Hast du deine Frau in die Entscheidung mit einbezogen und wie hat deine Familie auf diesen Schritt reagiert? Ja! Es gab ein Vorgespräch mit dem Bezirksapostel und ein gemeinsames Gespräch zu Hause mit meiner Frau. Die Familie steht dazu – und muss auch zu so etwas stehen, damit es gelingen kann.

Hast du vor der Ordination ein besonderes Zeichen erhalten? Es waren viele kleine und ein paar größere Zeichen dabei.Im ersten Gespräch mit dem Apostel war noch eine große innere Unruhe in mir und der Apostel sagte „der liebe Gott wird es dir zeigen“.

Was hast du bei der Ordination gefühlt und gedacht? Weiche Knie und eine unendlich große innere Ruhe, als wenn wir nur zu zweit dort gewesen wären.
 
Wie sieht ein Arbeitstag als Bischof aus? Der größte Teil ist die Seelsorge, dazu kommen administrative Tätigkeiten, viele E-Mails, Arbeitsgruppen, Krankenbesuche, Betreuung der Bezirksämter. Intensiv möchte ich mich um die Jugend kümmern – „Danke für die Einladung“.
Quelle: Juice-Söllingen
 
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Verfasst von - 20. Mai 2013 in Interviews